Quelle: fb.com/NationalCheerleadingTeamGermany

Coach Marc Stang.

Nicht nur das Nationalteam ist neu nominiert, auch in der Coacheszone weht in der neuen Saison frischer Wind.
Nachdem Anne Tiepner & Marco Daniels berufsbedingt vom Trainerposten zurücktraten, übernimmt Marc Stang das Zepter für die nächste Orlando-Reise.

Der 30-Jährige von Impact Cheer Innovations gründete seinen eigenen Verein back in the days 2007, kämpfte sich sowohl aktiv, als auch auf Coaches-Seite in den letzten Jahren an die Spitze im deutschen Cheerleading.

Zusammen mit Co-Trainer Michael „Mike“ Jimerson aus den USA bereitet der sehr sympathische Pfälzer mit dem kleinen hääässische Dialekt das neue Nationalteam auf die ICU Worlds 2016 vor.

Mit dem TryOut am vergangenen Wochenende ist die Reise bereits gestartet und die Passagiere für die MS „Weltmeisterschaft-in-Orlando-ich-raste-aus“ stehen fest.

Am Ende des Tages hat uns Marc unsere brennendsten Fragen beantwortet.

 

Sehr zufrieden! Es sind einfach die richtigen Leute gekommen, das, was wir uns erhofft haben.
Wir waren mit den Videobewerbungen bei 47, 48 Leuten & wir haben für uns gesagt: alles über 40 ist so, dass man aussuchen kann. Man hat die Wahl – und es kommt ja nicht jeder „x-Beliebige“ zu den TryOuts, sondern meistens kommen die Leute, die sich selbst davor ein bisschen selber „ausgewählt“ haben.

Und dann davon auswählen zu können, ist schon super.

 

 

Ich sag mal, einen gewissen Grundkern hat man vorher schon im Kopf.

Ich habe ganz einfach den Vorteil, dass ich sehr viele Leute davon schon über Jahre lang kenne, manche Leute sogar bei mir im Team sind.  Andere Leute kenne ich über Camps und über Meisterschaften, da weiß man schon ungefähr wer, wie, wo, was kommt. Deswegen hatten wir vorab eine facebook-Gruppe, um schon ein bisschen abschätzen zu können, wer kommt – da hat man also schonmal eine kleine Vorstellung im Kopf.

Dann haben wir heute viele Leute gesehen, wo ich nicht wusste wer, wie, wo, was der Fall ist. Aber auch dort denk ich, dass, mit der Erfahrung die wir mit reinbringen, grad besonders der Mike mit seinen unendlich vielen Camps, wir schon die Möglichkeit haben, relativ schnell zu erkennen, wer hat Potential, wer bringt Talent mit, wer bringt die nötigen Skills mit.

Am Ende des Tages diskutiert man dann doch noch ein paar Personen durch und sagt hier ja und dort nein, aber das gehört dazu, wenn man so ein elitäres Team auswählen will.

 

 

Nein, die Videobewerbungen wurden erst im Gespräch [nach dem TryOut] mit in Betracht gezogen.

Es ist schon klar, dass wenn ich jetzt eine Videobewerbung von Person X habe und ich mir voraus schon sicher bin, dass diese Person eine der besten in ganz Deutschland ist, dass diese Person es wahrscheinlich dann schon schaffen wird.

Es ist aber trotzdem so, dass wir gesagt haben, wir wählen hier aus und nehmen die Leute aus den Videobewerbungen erst im Gespräch mit rein –  haben uns also auch erst jetzt unsere Liste zusammen geschrieben, wer die finalen Leute sind.

Ich liebe es übrigens, mir solche Cheervideos anzugucken. Ich find es toll, wenn man da sowas bekommt und es ist immer interessant, die Leute so zu sehen und zu bemerken, wie verschieden manche Videos so sind. Von einigen Leuten kriegst Du nur einzelne Parts zugeschickt, der andere produziert da sonst was für Videos mit Intro und Ansprache und allem drum und dran. Total sympathisch aber, wo Du Dir so denkst: „Wow, manche Leute stecken schon ganz schön was rein um hier rein zu kommen & hier mitmachen zu können.“

Das ist schon sehr geil zu sehen. Es ist einfach alles dabei, aber dementsprechend macht es dann auch echt Spaß.

 

 

Mein soziales Experiment, wo ich jeder Person, jedem Jungen, seinen Flyer weggenommen habe & alle komplett durchgemixt hab, sodass keiner mit jemandem stuntet, mit dem er sonst stuntet. Und das ganze Ding ist extrem gut aufgegangen!

Ganz einfach da schon mitzuerleben, wie die Leute miteinander arbeiten werden, das fand ich wahnsinnig gut & das zeigt dann doch schon, wie weit wir als Cheerleading-Deutschland sind. Dass man das machen kann und die Leute dafür auch bereit sind, so miteinander zu arbeiten und den Spaß mit reinzubringen.

Das alles war sehr offen – und das hat mir übrigens jetzt grad noch jemand, der nicht ins Team gekommen ist, genauso bestätigt. Er fand es total toll, dass die Leute den Tag über eben so offen waren, Tipps gegeben haben. Er hat grad sogar noch gesagt, er findet es gar nicht schade, dass er nicht drin ist. Weil er sieht, wieviel Potential da ist, wieviel mehr die anderen Leute noch bringen, aber wieviel er von dem heutigen Tag allein mitnimmt – an Coaching, an Tipps – hat sich schon gelohnt, zu kommen.

Und dann sag ich: also Tschuldigung!, das ist wohl eins der größten Lobe, die man jetzt schon für das Team aussprechen kann.

 

 

Unsere Grundvorstellung, die wir hatten, wo wir so ein bisschen drauf gezielt haben, was wir haben wollen, die waren sehr realistisch gesteckt. Mike und ich sind vom Typ eher so, dass wir sagen, wir nehmen Skills in die Routine die sauber sind, die sicher sind, anstelle dass wir jetzt gucken, dass wir das absolut krasseste auf der Welt zeigen müssen.

Es ist immer schön, Leistung und Skills nach vorne zu treiben, es gibt auch Zeitpunkte & Meisterschaften, wo man das machen kann. Aber es gibt eben auch Zeitpunkte, wo man halt einfach realistisch planen muss und das ist für ein Nationalteam ganz einfach so. Weil man geht immerhin auf eine Weltmeisterschaft und sollte schon gucken, dass man Sachen dort on point bringt. Dementsprechend kannst Du nicht auf hopes and dreams eine Routine zusammenstellen.

Und dann war es so, dass wir uns gedacht haben: das & das & das wär cool, schauen wir mal, wer am Tag des TryOuts alles wirklich kommt – so eine Anmeldeliste heißt jetzt nicht, dass die Leute hier auch wirklich auftauchen.

Wir sind heut morgen hier hergefahren, hatten telefoniert und haben gesagt, schauen wir mal, wieviele Leute jetzt wirklich ankommen. Weil nachher kommst Du in die Halle und hast nur 20 Leute da, das kann genauso passieren – keiner weiß es.

Nach dem TryOut kann man aber schon sagen, das geht schon in die richtige Richtung.

 

 

Mike ist bei jedem Training mit vor Ort, sonst telefonieren wir ganz einfach miteinander, schicken uns die Sachen gegenseitig zu und der Rest, den kann man hier vor Ort machen.
Zum Routine machen werden wir uns erstmal zu einem privaten Abend irgendwo treffen und die Sachen zusammenschlagen.

Ich hab das bisher auch schon für z. B. zwei Staff Shows bei der Elite Championship gemacht, in Zusammenarbeit mit der Anne.
Eigentlich war das immer ganz einfach: ich stell das alles zusammen, schick ihr das rüber und sag: „Hier, das ist jetzt mein Ding, was ich mir zusammengestellt hab. Hast Du irgendwas dagegen (so in der Richtung), oder schaust Du Dir das mal durch, fügst Du da noch was hinzu?“

Und so kann man dann auch schon auf lange Strecken miteinander arbeiten, die Medien machen es ja möglich.

 

 

Konkretes Ziel ist natürlich ohne Drops durchzukommen, so blöd es immer klingt.

Ich hasse es, wenn Cheerleader das sagen, aber das ist einfach das Grundziel Nummer eins, das gehört zu einer Routine. Aber das ist immer auch eine Frage, wie man das sagt.
„Hauptsache wir kommen ganz schön durch die Routine“ [Anmerkung von uns: bitte in Mädchenstimme lesen!] – leck mich am ☺, wenn die Routine scheiße langweilig ist, dann bringt mir „durch-die-Routine-sauber-schön-durchkommen“ nix, weil ganz einfach auch nichts drin war.
Also so blöd es klingt, aber die gewisse Spannung und die gewisse Härte muss schon dabei sein.

Und ansonsten seh ich Deutschland auf der Weltmeisterschaft in den Top 5, wo wir hingehören und wo wir für arbeiten müssen, dass wir dort dann sind, denn es ist viel Konkurrenz da & die Konkurrenz ist echt hart.
Deutschland war im Cheerleading, und gerade im CoEd-Bereich, immer weit vorne mit dabei und das kann man nicht schleifen lassen.

Die anderen Länder schlafen nicht, man muss sich nur Slowenien zum Beispiel angucken. Vor ein paar Jahren haben wir die noch gecoacht und jetzt holen die sich einen Titel nach dem anderen. Aber wir haben soviel Potential und jetzt müssen wir halt gucken, dass wir das ausnutzen und coachen.

 

 

Also ich denk mal, jeder der sich nicht getraut hat, hierher zu kommen, der hat was verpasst!

Das sieht man genau an der Person, die ich vorhin erwähnt hab. Der gesagt hat, er kam hier her, hat gedacht: „Schaun wir mal.“ Und weiß ganz genau im Voraus auch schon: Wenn die guten Leute kommen, dann wird es für mich nicht reichen.
Aber erstmal ist die Frage: Kommen die überhaupt?

Auf jeden Fall kann man sich von so einem Tag so viel mitnehmen, sich so viel entwickeln und auch ganz genau sehen, woran kann ich arbeiten, auch für die Zukunft.
Das ist genau das, was ich den Leuten auch mitgebe, die es nicht geschafft haben.
Zu schauen und zu sehen, woran kann ich arbeiten.

Allein heut auch schon tagsüber zu sehen, dass auch die Leute, die es geschafft haben und die eben so gut sind, vielleicht sogar unter den Besten dabei waren, das sind die Leute, die nicht den ganzen Tag dort dran stehen und zuschauen, obwohl sie halt alles können. Das sind die, die halt noch eine nach der anderen Tumbling Pass werfen, sich hinstellen und nochmal einen Stunt machen.
Weil nur so wirst Du gut und nur so bleibst Du gut.

Und das ist natürlich das Ding & ich denke, das ist was, das kann man für alle Leute hier mitnehmen.

Ich bin froh und dankbar, dass so viele Leute gekommen sind und wir die Auswahl hatten. Dass das Projekt hier unterstützt wird und ich würde mich umso mehr freuen, wenn es nächstes Jahr noch mehr Leute zum TryOut werden – auch wenn wir auch dann nur die gleiche Teamgröße nehmen können.

Aber ganz einfach die Anzahl der Leute, die zum TryOut kommen, das ist ja auch schon ein bisschen Anerkennung für das Projekt und man merkt, dass wir was richtig machen.

 

 

 

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