Gerade erst sind wir aus der Deutschen Meisterschaft geschlüpft & wieder kommen uns zwei Worte entgegen, die mittlerweile fast inflationärer benutzt wird, als Ariana Grandes „Break Free“ in siebenhundertvierzig Cheer Mixes. Man liest es unter Facebookposts, auf Instagram, Bows, Klowänden,  tättowierten Unterarmen – und wir selbst hören die Frage immer wieder: was ist eigentlich ein Hit Zero?

Und weil es uns immer ein inneres Blumenpflückbedürfnis ist, die Menschheit und den Sport aufzuklären (quasi der Immanuel Kant des Cheerleadings, die Maus & der Elefant, Euer Doktor Sommer ), räumen wir mit den letzten Unwissenheiten über diese beiden Wörter auf, die mittlerweile viel zu oft als leere Worthülle benutzt wird, als dass sie ihre wahre Bedeutung erfährt.

Eine dropfreie Routine ist nicht automatisch ein Hit Zero, ein Hit Zero muss aber dropfrei sein

Hä, wie jetzt? Ist eine dropfreie Routine gar kein Hit Zero?
Easy Antwort: nein! Nur weil eine Routine keine Drops in den Stunts oder im Tumbling hat, kann man sich kein Hit Zero Button ans Jäckchen heften.

Um das zu verstehen, muss man verstehen, woher der Begriff „Hit Zero“ eigentlich kommt.

„Hit Zero“ findet seinen Ursprung im amerikanischen Wertungssystem

Weil in unserem Sport irgendwie fast alles seinen Ursprung in den USA findet, kommt auch der Ausspruch „Hitting Zero“ aus dem Cheerleading-Mutterland. Ein Hit Zero ist demnach in Amerika eine Routine ganz ohne Abzüge.

Halt stop: auf Deutschland kann man das so aber nicht direkt übertragen, denn in den USA ist das Wertungs- bzw. Deduction-System teilweise ein ganz anderes. Über’m Teich gibt es nicht nur Abzüge bei verbotenen Elementen, wie z. B. bei fehlenden Spottern oder Überschreiten der Musik – kleine deductions gibt es bereits bei Wacklern oder Timing Issues.

Zu früh die Body Position losgelassen? Tschau Hit Zero!

Ein Hit Zero ist also viel mehr als dropfrei zu sein. Cheer Theory beschreibt einen Hit Zero als „routine’s intended purpose“ – wenn Du also Deine Routine hittest, erfüllst Du ihr ursprüngliches Ziel, zeigst sie in purer Perfektion.

Um das zu erreichen, muss einfach alles stimmen: keine Asynchronitäten im Auf- oder Abbauen, keine schlechten Techniken im Tumbling, keine einknickenden Knie im Stunt (auch wenn es vielleicht nur für eine Mini-Sekunde ist), keine Bobbles oder unfreiwilliges Wandern in den Stunts oder Pyras.

Ein Hit Zero sind die kühnsten Träume Deiner Coaches

Ein Hit Zero ist also erst dann geboren, wenn die Routine so auf die Matte gelegt wird, wie es sich die Coaches immer ausgemalt haben. Tadellos, makellos, in ihrer Art und Weise perfekt!

Gar nicht mal so easy also, oder?

Unser Hit Zero-Wunsch

Weil also ein Hit Zero der heilige Grahl ist, manchmal sogar mehr als ein Titel wert ist, schreien wir in die Cheerleading-Welt raus: behandelt diesen kostbaren Schatz so vorsichtig, wie diese winzigen Baby-Tiere, die nicht zerbrochen werden dürfen.

Denn wenn ihr Eure Routine wirklich in einen wahren Hit Zero verwandelt, werdet ihr diese 2min30 so lang in Erinnerung behalten, bis Euch die Marmel vom Kopf fällt – und keiner kann Euch je dieses Gefühl nehmen.

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