Vor einigen Tagen kam das neue Regelwerk des CCVD druckfrisch in alle E-Mail-Fächer der Verbandsmitglieder geflattert, seit kurzem steht das wichtigste Cheerleaderdokument auch auf der Homepage des CCVD zum Download bereit.

Während bei der vergangenen Tagung der Meisterschaftskommission & des Bundeshauptausschusses im Juni 2015 bereits beschlossen wurde, zukünftig nach dem Regelwerk des ECU (der European Cheer Union) zu werten, um einer einheitlichen internationalen Norm näher zu rücken, ist das bisher englische Regelwerk nun auch für die deutsche Cheerwelt übersetzt.

Und wir fragen uns: Was ändert sich denn eigentlich? Ändert sich überhaupt was? Und muss ich dafür tatsächlich alle dreihundertsiebenundzwanzigtausend Seiten lesen?

Die Antwort schreiben wir Euch hinter die Ohren: Müsst ihr nicht!

(Natürlich müsst ihr das schon, wenn ihr ein vorbildlicher Coach & Cheerleader sein wollt. Aber eben nicht sofort, weil wir Euch hier alle größten Unterschiede zusammengeschrieben habe. Also zurücklehnen, nochmal ein Tässchen Kaffee dazu holen und Euch nichtsdestotrotz sofort vornehmen, dass ihr das neue Ding spätestens bis zum Regelkundetag studiert habt.)

Wir haben für Euch den allgemeinen Teil gecheckt & zeigen Euch, was ganz neu die CCVD-Welt aufräumt.

Aufteilung Regionalmeisterschaften, Quali für die Deutsche & internationale Meisterschaft

  • Die erste Änderung beginnt mit einem Griff in die Tasche: Die Pro-Kopf-Startgebühren werden von 5,- auf 7,50 EUR angehoben.
  • Die neue Aufteilung der Bundesländer ist mit Bekanntgabe der Termine für die jeweiligen Regionalmeisterschaften kein Geheimnis mehr, für alle, die ihren süßen Kopf noch nicht aus den Wolken gezogen haben, gibt es die vieldiskutierte Neustrukturierung noch einmal hier:
    Region Ost: Berlin, Brandenburg, Sachsen
    Region Süd: Baden-Württemberg, Bayern
    Region West: Nordrhein-Westfalen
    Region Nord: Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern
    Region Mitte: Hessen, Rheinland Pfalz, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Saarland
  • Während die Dancer in den vergangenen Saisons zwischen jeweils zweierlei RMs pendelten, finden die Team Dance Kategorien in der neuen Saison ein gemeinsames zu Hause auf der RM Mitte.
  • Die Spezialkategorienmeisterschaft wird auch in diesem Jahr auf eine bundeszentrale Veranstaltung begrenzt.
  • Werft Eure Hände in die Höhe: für die Deutsche Meisterschaft können sich zukünftig alle Teamkategorien qualifizieren. Im letzten Jahr mussten Peewee Cheer Level 1, Junior Allgirl Cheer Level 4, Junior Coed Cheer Level 4, Senior Allgirl Cheerl Level 5 und Senior Coed Cheer Level 5 zu Hause bleiben – die Kategorie Senior Limited Coed Cheer Level 5 war noch nicht einmal auf den RMs vertreten. In diesem Jahr dürfen auch hier die punktbesten Teams ihre Köfferchen für die Deutsche Meisterschaft in Bonn packen.
  • Um Teams und Zuschauer aus dem vorangehenden Grund nicht zu stapeln, wird die Deutsche Meisterschaft erstmalig auf zwei Tage aufgeteilt. Hands up for everyone having a Pyjama-Party!
  • An dem Qualifikationsmodus für Europameisterschaft und ICU Worlds hat sich nichts geändert:
    • Für die Europameisterschaft qualifizieren sich nach wie vor Platz 1 & 2 der jeweiligen Kategorien (Ausahme: Peewees und Senior Coed Limited treten nicht an), bei eventueller Nichtteilnahme rutscht Platz 3 nach.
    • Wer einmal ICU Worlds-Luft schnuppern will, kann dies in Level 6 weiterhin nur über eine mögliche Teilnahme im Nationalteam. Die Quali für Group- & Partnerstunts ist außerdem drin.

Ersatzpersonen bei Verletzungen o. ä.

  • In der vergangenen Saison konnte man als Group- oder Partnerstunt fast nur das Handtuch werfen, wenn sich ein Mitglied in der Vorbereitungszeit so sehr verletzt hat, dass es nicht mehr starten konnte. In diesem Jahr gibt es in solchen Fällen zumindest eine kleine Erleichterung. Ersatzpersonen dürfen wie folgt angemeldet werden:

Teamkategorie: bis zu 5 Ersatzpersonen pro Team
Groupstunt: bis zu 2 Ersatzpersonen pro Team
Partnerstunt: bis zu 2 Ersatzpersonen (falls 2 Personen angemeldetet sind, muss davon jeweils eine männlich und eine weiblich sein.

Teilnahmeberechtigung

  • Bei der Teilnahmeberechtigung zur Meisterschaften innerhalb des CCVDs hätte sich beinahe nichts geändert, wenn da nicht doch noch etwas ganz Elementares wäre: Der Regelfragentag ist für mindestens ein Mitglied eines startenden Vereins (nicht Team) obligatorisch und verpflichtend. Thumbs up dafür von uns! Wer lieber zu Hause auf dem Sofa liegen bleiben möchte, kann das gern tun, muss dafür  jedoch sein Erdnussflips-Geld opfern: 200,- EUR kostet die Gebühr, falls ein Verein eine Teilnahme nicht vorzeigen kann. Ausnahme: Tritt ein Verein erst nach dem jeweiligen Regelfragentag ein, ist die Nachweispflicht nicht erforderlich. Teilnehmer der SKM müssen ebenso nicht.

Altersklassen

  • Weil nur Madonna & Iris Berben nicht älter werden, werden die Eintrittsjahrgänge für die unterschiedlichen Alters- & Levelklassen für 2017 vorläufig wie folgt angehoben (eine absolute Gewissheit gibt es jedoch erst mit dem nächsten Regelwerks-Update) :
    • Peewee Jahrgang: 2005 und jünger
    • Junior Level 4: Jahrgang 2007 bis 1999
    • Junior Level 5: Jahrgang 2005 bis 2001
    • Senior Level 5: Jahrgang 2003 oder älter
    • Senior Level 6: Jahrgang 2002 oder älter

Anzahl der Teilnehmer

  • Rauft Euch zusammen, ab nun müsst ihr nicht nur Geldspenden für neue Uniformen sammeln, sondern erst recht Teammitglieder: Die zum Start erforderliche Mindestanzahl der Teammitglieder wurde in den Kategorien Junior Allgirl Cheer Level 5, Junior Coed Cheer Level 5, Senior Allgirl Cheer Level 6 und Senior Coed Cheer Level 6 von 8 auf mindesten 12 Teilnehmer angehoben.
  • Die Anzahl der Teilnehmer in den Spezialkategorien bleibt gleich.

Abbruch der Routine bei Verletzungen

  • Während in vergangenen Jahren die Routine eines Teams auf Grund eines verletzten Sportlers auch die Juroren abbrechen lassen durften, ist dies nur noch der Turnierleitung, dem Coach/Betreuer oder dem Verletzten selbst vorbehalten.
  • Turnierleitung/Juroren entscheiden dann, ob das Team erneut antreten kann. Im Falle eines Neuantritts darf das Team zwar den Zeitpunkt ihres Auftrittes wählen, wird jedoch bei vollständig gezeigter Routine nur ab dem Zeitpunkt des Abbruchs gewertet.
  • Kann das Team ihre Routine nicht mehr darbieten, erhält es nichtsdestotrotz die Punkte bis zum Zeitpunkt des Abbruchs.
  • Während in den vergangenen Jahren ein Wiederantritt des verletzten Sportlers nur durch Freigabe des Medical Staffs, eines Elternteils und dem Coach/Betreuer möglich war, gilt jetzt nach MacGyver-Manier ebenso ein erneutes Antreten (wider des Abratens der Sanis/Arzt) mit unterzeichneter Teilnahmeerlaubnis der Eltern/des Erziehungsberechtigten.

Cheerio!

  • Alle Reibeisenstimmen und Brüllfrösche können jubeln: ab nächster Saison wird wieder gecheert! Yay, yay! Der Cheer (der natürlich nicht zwingend auf Deutsch gehalten werden muss) darf entweder am Anfang oder in der Mitte der Routine gezeigt werden und muss mindesten 30 Sekunden betragen. Zwischen Cheer und Musikteil gibt es immerhin 20 Sekunden Pause zum Wiederaufstellen oder Durchschnaufen. Da sagen wir doch nur: Smile on your lips, hands on your hips, spirit in your heart – let’s start!

Länge der Routine und Musik

  • Umbenennen müssen wir uns dann doch nicht: Der „echte“ Routineteil, also der Musikteil, bleibt wie gewohnt bei 2min30. Aber Achtung: Bei Längenüberschreitung der Musik hagelt es Punktabzüge. -1 Punkt bei 5-10 Sekunden, ab 11 Sekunden Überlänge gibt es -3 Punkte pro Judge. Also Musik prüfen und Übergänge üben!

Wettkampffläche

  • Um alle Gerüchte ein für alle mal aus dem Weg zu räumen: Der Schwungboden darf bleiben. Auf Regios & DM findet die 12x12m Wettkampffläche auf 14x14m Schwungboden statt.

Strafen, Strafen, Strafen

  • Verletzungen der Regeln werden nun mit einer Höchststrafe von 5 Punkten Abzug pro Juror geahndet. Wird eine Verletzung mit weniger Punktewert begangen, zählt in erster Linie diese. Treten allerdings mehrere Verletzungen zur gleichen Zeit oder im Ripple auf, werden auch diese mit 5 Punkten Abzug bestraft – vielleicht also auch im Pfund billiger.

Training während der Meisterschaft

  • Um Verletzungen vorzubeugen, ist nun auch das Trainieren (dh. das Ausführen von technischen Elementen wie Pyras, Stunts, etc) auf hartem, unebenem, nassem oder steinigen Untergrund verboten.

Scoresheet/Bewertungsbogen & Judging Process

  • Die Jury besteht nach wie vor aus verschiedenen Juroren, die ihre Bewertungspunkte in den verschiedenen Skills vergeben. Die Summe aller Bewertungen werden addiert, der Mittelwert aus den Jurorenbewertungen gezogen und mit einem Normalisierungsfaktor mulitpliziert, um eine Punktzahl zwischen 0,00 und 10,00 Punkten zu erhalten.
  • Zwei kleine Details, die vor allem Jump- & Tanzmuffel erfreuen:
    • Für Männer & Mädels im Coed sind weder Jumps, noch ein Tanz notwendig.
    • Und: Sprünge gehören im Bewertungsbogen von nun an zum Tumbling. Also: Mit einem hübschen Toe-Touch kannst Du Dich nun fast schon Tumbler nennen! :-)

Die Bewertungsbögen auf einen Blick:

Auch der CCVD selbst war fleissig & hat die Unterschiede der Cheer- & Levelrules zur vergangenen Saison herausgeschrieben.
Den Überblick über die Änderungen gibt es hier.

2 Kommentare
  • Sehr informativ und hilfreich.
    Vielen Dank für diesen Artikel ;)

    September 14, 2015

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