Das neue Wertungssystem: Varsity All Star Scoring |
Das neue Varsity All Star Scoring System feiert Premiere: was neu ist, wie es sich zum CCVD Wertungssystem unterscheidet und wie ihr es lesen müsst - ein Versuch, es kurz & knackig zu erklären.
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Am zweiten Januar-Wochenende startet die All Level-Serie 2020 endlich auch in Deutschland & das neue Jahr bringt bei Varsity Europe nicht nur neue Level-Bezeichnungen mit sich, sondern ein für Deutschland und Europa brandneues, frisch aus dem Ei gepelltes Scoring System für die Cheer-Kategorien: in Hamburg feiert das Varsity All Star Scoring System Premiere bei der GALC Nord 2020.

Damit Dir spätestens beim Anblick der Punkte nicht der Kopf vor Wahnsinn wegplatzt und Du Dich nur noch lautlachend im Kreis drehst, weil Du irgendwie die Welt nicht mehr verstehst, holen wir unsere Erklärbär-Fibel raus – fast ganz kurz & knackig und ohne viel Ausholen.

Muckel Dich vor unseren digitalen, samtigen Vorlese-Sessel und enjoy the ride: wir verraten Dir, was sich ab dieser Saison bei Varsity Europe verändert und wie sich das Wertungssystem zu dem vorherigen oder anderen bekannten Systemen unterscheidet.

Gibt’s ab sofort mehr Punkte?

First things first, das wird Dir garantiert beim Durchstöbern der Ergebnisse als erstes ins Auge springen: die zu erreichende Maximalpunktzahl hat sich verändert & damit die Punktelandschaft, in denen sich die Teams im Durchschnitt tummeln.

Während man im „alten System“, wie es zum Beispiel nach wie vor bei ICU oder dem CCVD genutzt wird, eine maximale Endpunktzahl von 10 Punkten erreichen kann, sind das Maximum beim Varsity All Star Scoring System 100 Prozent bzw. 100 Punkte (wir gehen hierbei von den Levels 2 bis 7 aus).

Grund dafür ist unter anderem ein anderer Umrechnungsfaktor, der bei Varsity Europe angewendet wird – mag auf den ersten Blick verwirrend scheinen, generell bietet das Varsity All Star Scoring System allerdings noch mehr Transparenz & Nachvollziehbarkeit für Coaches und Teams, sofern man sich erst einmal ausgiebiger in den neuen Riesen reingefuchst hat.

„Und wat ist jetz, gibt’s nun mehr Punkte oder nicht, Du alter Fusel!!!1“, denkst Du Dir jetzt. Wir antworten drauf: die Wertungskriterien und die Art der Bewertung beim Varsity All Star Scoring System und dem ICU Scoring unterscheiden sich so elementar, dass man das gar nicht so stumpf zusammenfassen kann.

Atme tief in Deine Papiertüte ein und lies einfach weiter – wir haben noch eine Menge zu erzählen.

Zusammensetzung der Judges

Wir satteln das Schwein von hinten auf und reiten zum nächsten Punkt: die Zusammensetzung der Judges, wie & vor allem was am Tag der Meisterschaft von den Juroren bewertet wird.

Um den großen Unterschied zu verstehen, musst Du wissen, wie es bisher war und im ICU Scoring System der Fall ist. Als Grundlage nehmen wir hierbei Meisterschaften in Deutschland, wie Regio oder Deutsche Meisterschaft.

 Generelle Zusammensetzung:  
Wir steigen entspannt in die Thematik ein, denn das ist bei beiden Systemen (sowohl CCVD, als auch Varsity Europe) gleich: auf Meisterschaften siehst Du meist eine lange Reihe von Juroren, tatsächlich sind diese aber in verschiedene Gruppen, sogenannte „Panels“ eingeteilt.

Diesen Panels sind verschiedene Kategorien und Level zugeteilt, die sie wiederum werten. Das garantiert zum einen einen schnelleren Ablauf (während ein Panel zum Beispiel gerade ein Team auf der Matte bewertet und sich Notizen macht, kann das andere Panel in dieser Zeit Wertungen finalisieren oder Kommentare verfassen), zum anderen ist die Konzentration der Judges auf die ihnen zugewiesenen Kategorien gebündelt.

Je nach Größe der Meisterschaft besteht die Jury im Durchschnitt aus 1 – 3 Panels.

Chef aller Panels, der Jury-Babo also, ist der sogenannte Headjudge. Der Headjudge selbst wertet in der Regel nicht, sondern sorgt im Judges-Team für einen reibungslosen Ablauf und hat die höchste Entscheidungsgewalt – der Head zum Beispiel bricht im Falle des Falles Routines ab oder steht in Einzelfällen für konkrete Rückfragen am Meisterschaftstag zur Verfügung.

Und guess what? Jetzt legen wir richtig los! Die Zusammensetzung dieser Panels unterscheidet sich ab sofort beim CCVD und Varsity Europe.

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Zusammensetzung im CCVD

So sieht ein Panel zum Beispiel und durchschnittlich im CCVD aus:

 Drei Scoring Judges:  
Die drei Judges werten unabhängig voneinander alles, alles, ALLES in der Routine: Cheer, Stunts, Pyramiden, Baskets, Tumbling, den Flow der Routine, Overall (darunter fällt zum Beispiel der Tanz und der Gesamteindruck), sowie neu im CCVD den Punkt Perfection before Progression.

Jeder der drei Judges gibt also seine Punkte für die oben genannten Kriterien ab – diese Punkte wiederum setzen sich unter anderem zusammen aus Schwierigkeit, Ausführung oder Technik.

Was ebenfalls mit in die Punktevergabe dieser drei Judges fließt: Drops und Wackler.

 Legality Judge:  
Der Legality Judge wertet ausschließlich Regelverstöße bzw. bestraft sie. Hierunter fallen zum Beispiel Spotterfehler, illegal gezeigte Elemente und generelle Regelverstöße (wie zum Beispiel getragener Schmuck). Der Legality checkt die Routines ausschließlich auf Regelkonformität und vergibt keine Punkte – auch Drops oder Wackler werden vom Legality nicht berücksichtigt oder bestraft.

 

Neue Zusammensetzung bei Varsity Europe

Die Zusammensetzung der Panels ist immer gleich und besteht aus drei festen Score Bereichen, sowie einem Deduction Judge.

Die einzelnen Score Bereiche bestehen wiederum in der Regel aus zwei Judges, die eine gemeinsame Wertung für ihren Bereich abgeben.

 Building Skills:  
Die Building Skill Judges werten ausschließlich Stunts, Pyramiden oder Tosses – das heißt im Klartext: was im Tumbling, im Dance oder in der Gesamtheit der routine abgeht, interessiert die Building Skill Judges minus tausend Prozent. Die Building Skill Judges haben ihr Herz ganz und gar an Stunts & Co verloren.

Übrigens: Drops interessieren die Building Skill Judges nur ganz am Rande.

 Tumbling Skills:  
Die Tumbling Skill Judges werten ausschließlich Running, Standing, sowie Jumps in der Routine. Du alter Fuchs, System verstanden? Jep, die Tumbling Skill Judges haben kein Auge für andere Skills. Auf ihrem Unterarm findest Du mindestens ein Tattoo mit „I love Backtucks“.

 Overall:  
Die Overall Judges werten ausschließlich _______. Na, Lückentext ausgefüllt? Dann bekommst Du den Schnellen-Hasen-Sticker von uns und das Durchblicker-Dachs-Diplom. In den Overall-Bereich fallen solche Dinge wie Kreativität von Stunts oder Pyras, Tanz, Performance oder den Aufbau der Routine. In unseren Köpfen tänzeln die Overall Judges immer fröhlich durch die Welt, werfen Blumen um sich und sagen anderen Menschen, wie toll sie eigentlich aussehen. In echt passiert das eher weniger.

Ab hier kommt der Fiesling der Judges ins Spiel: der Deduction Judge!

 Deductions:  
Der Deduction Judge ist im Gegenteil zu den Score Judges oftmals allein für seinen Bereich zuständig und macht das Panel komplett.
Was er die ganze Zeit tut? Nach Euren Fehlern suchen! Der Deduction Judge kümmert sich, wie das Wort schon sagt, ausschließlich um Abzüge aller Art: Regelverstöße wie unsportliches Verhalten, verbotene Elemente in der Routine und, das ist ein großer Unterschied zum ICU System, Drops!

Im Varsity All Star Scoring System gibt’s bei Drops und Athlete Falls Punktabzug – hört sich in der ersten Sekunde fies an, trägt aber absolut dazu bei, die Wertung noch transparenter zu gestalten.

Netter side effect: endlich macht hit zero auch in Deutschland mehr Sinn. Steht auf dem Deduction Sheet, das man zusätzlich zu seinem Wertungsbogen erhält, eine 0 (weil man null Abzüge bekommen hat), darf man sich auch wirklich als Hit Zero Hero betiteln.

 

Erhöhte Transparenz im Varsity All Star Scoring System

Den einen gruselt’s davor, weil Judges zum Beispiel noch kritischer als ohnehin beäugt werden können und sich der Druck auf ihre Wertungsleistung erhöht, vor allem Coaches können sich aber freuen, sofern sie sich ausgiebig mit dem Scoring System beschäftigt haben: da das Varsity All Star Scoring so detailliert sowohl in den Wertungsbereichen ist, als auch in dem, was gezeigt werden soll, muss der Coach nur die von Varsity vorgegebene Scoring Rubric & die Skill List berücksichtigen, um die ideale Routine auf die Beine zu stellen.

Befolgt man den Routine-Fahrplan, kann man sich einen Teil der Punktzahl in den einzelnen Sections (wie Building Skills oder Tumbling Skills) bereits ausrechnen, bevor das Team nur einen Zeh auf die Matte gesetzt hat.

Wie das möglich ist? Die beiden großen Score-Bereiche Building und Tumbling sind wiederum in zwei Wertungsbereiche aufgeteilt: Difficulty & Execution.

Scoresheet
Willst Du Dir einen Überblick verschaffen? So sieht der Scoresheet von Varsity Europe aus.

 Difficulty: That’s what we were talking about. Der Difficulty-Bereich ist quasi von Euch vorausgefüllt: alle gezeigten Skills werden in eine Range, also einen bestimmten Punktebereich, einsortiert – dabei gibt’s kein großes subjektives Empfinden der Judges, sondern es ist einfach, wie es ist. Punkt.

Welche Range (Below, Low, Mid, High) ihr mit den gezeigten Skills erreicht, lässt sich aus der Kombination von Scoring Rubric und Skill List herausfinden.

Damit ihr eine exakte Punktzahl in einem Bereich erhalten könnt, berücksichtigen die Judges sogenannte „Driver“. Diese Driver lassen Euch wiederum in der jeweiligen Range hochklettern.

Irgendwie verwirrend? Komm, wir machen hier mal ein Beispiel:

Angenommen, ihr habt in dem Wertungsbereich Stunt Difficulty durch Eure gezeigten Stunts die MID RANGE erreicht, ist die für Euch zu erreichende Punktzahl bei Stunt Difficulty festgesteckt: irgendetwas zwischen 4.1 und 4.5 Punkte. 

Der Building Skill Judge checkt nun durch die Driver, ob ihr bei 4.1, 4.2, 4.3, 4.4 oder 4.5 Punkten landet: wie hoch ist der Schwierigkeitsgrad, wie ist die Teamausnutzung, wie sind die Stunts kombiniert und in welcher Geschwindigkeit wird’s gezeigt? Durch Erfüllen dieser Driver könnt ihr in 0.1-Abständen bis zur Höchstpunktzahl der erreichten Range klettern.


 Execution: Hier kommt die Ausführung ins Spiel – denn wie es mal irgendwann im Training lief, zählt schließlich nicht.
Im Gegensatz zur Difficulty gehen die Judges bei der Execution stets von der zu erreichenden Höchstpunktzahl von 5.0 Punkten aus. Je nach gezeigter Ausführung wird dann von den 5.0 in 0.1er-Schritten abgezogen.

Keine gute Technik? Tschau 0.1 Punkte. Stunt steht nicht stabil? Wieder was weg. Körper ausser Kontrolle, Bobble in der Luft, raussetzen katastrophal? Adios Execution Pünktchen.

Sind alle Ausführungsunschönheiten berücksichtigt, habt ihr die finale Punktzahl in dem jeweiligen Execution-Bereich.


Die Summe der Punkte aus Execution & Difficulty ergeben letztendlich die Gesamtpunktzahl in der  jeweiligen Section (Building Skills, Tumbling Skills).


Blutet’s Euch schon aus den Ohren raus? Wir geben es zu: ein bisschen gebraucht haben wir auch, um das Varsity All Star Scoring System zu verstehen. Nach ein, zwei schlaflosen Nächten und 4 Tagen Panikschlaf haben wir’s tatsächlich gecheckt.

Aber gerade weil es so komplex und detailliert ist, bietet es keinen Raum für nicht nachvollziehbare Wertungen.

Heißer Tipp am Rande: Varsity Europe hat neben einer Menge Informationsmaterial und allen wichtigen Dokumenten sogar ein ausführliches Erklärvideo kredenzt und hilft bei bleibenden Fragezeichen sehr gern weiter.

 

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