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Ein Ausflug zum TryOut des CCVD CoEd Nationalteams

Am vergangenen Wochenende fand das TryOut für das neue CCVD CoEd Nationalteam statt, das Deutschland 2016 bei den ICU Worlds präsentiert. Wir waren in Darmstadt und haben mit unseren Adler-Augen beobachtet, was los war.

 

Oh Gott – es ist mitten in der Nacht. Viel zu spät hat sich zumindest eine von uns aus dem Bett gepellt, nach eineinhalb Kaffee geht unsere Fahrt los, voll im Zeitplan, weil wir ziemliche Organisationsgenies sind.

Nach Darmstadt, wo das TryOut stattfindet, ist es ein kleiner Ritt, das Navi sagt 381 km. Aber nicht mehr lang sagt es das, denn unser Zigarattenanzünder versagt, trotz im Loch mit Kuli rumprokeln passiert nicht viel. Weil sich unser Orientierungssinn mindestens auf Level Indiana Jones befindet (und wir beide ein kluges Handy haben), schlagen wir uns easypeasy über die leere A7. Ein kleiner Stau gleich zu Anfang wirft uns ein wenig zurück, sodass wir Zeit genug haben, uns zu fragen, wieviele Teilnehmer sich ebenso auf den Weg in die Stadt mit diesem hübschen Namen gemacht haben. Um vorab ein bisschen Druck von den Jungs & Mädels zu nehmen, war eine verbindliche Anmeldung nicht notwendig. Vielleicht also hat sich spontan dann doch der ein oder andere gedacht: „Alter, jetzt zum TryOut – ich bin ready“. Zu wünschen wäre es den Trainern Marc & Michael.
Nach drei Energy Drinks, 2 Bifi Rolls und knapp 4 Stunden rollen wir auf den Parkplatz.

 

Ein bisschen verspätet kommen wir an, die Mädels von den Darmstadt Lions haben bei der Orga vor Ort geholfen. Kleine Schildchen weisen uns den Weg in die Halle, auf den blauen Läufern sitzt der Haufen, der so gern nach Orlando will. Marc hält seine erste Ansprache, erklärt den Trainingswilligen, die alle rot-weiße Namensschildklebis auf ihren Shirts tragen, was der Tag mit ihnen vor hat. Unser analytisches Mad-Eye-Moodie-Auge lässt uns schätzen: ca. 50 Bewerber, Jungs & Mädels gut gemischt, der Altersdurchschnitt bei ungefähr Anfang 20. Ein paar Cheerwelt-bekannte Gesichter sind dabei, Impact Cheer, Eintracht Frankfurt, ACPcheerforce, Purple Diamonds & einige mehr – von allen ein bisschen vertreten. Viele Stuntpaare sind zusammen angereist, ein paar Sportler sind allein gekommen.
Marc kündigt für die kommenden Minuten eine erste Open Class an, in der sich alle einstunten & zeigen können, was so geht. Ein paar Minuten später die nächste Ansage, diesmal von Michael: „Everyone, it’s no competition – only do the stuff you really can do.“ Das kommt schnell an bei dem (noch) aufgeregten Grüppchen. Ein paar Tipps untereinander hier & da, die Atmosphäre ist entspannt, im Hintergrund wummert leise ein bisschen hippe Mucke.

 

Es geht weiter im TryOut-Karussell & der nächste Skill steht auf der Matte: Baskets! Marc teilt die Stuntgroups ein. Wer schonmal miteinander hat, der darf auch weiterhin. Was wir auch hier merken: viel rummachen ist nicht, die beiden Coaches benennen die Skills, die sie sehen möchten – und die Flyer machen’s. So einfach läuft das System hier! Zwischendurch notiert sich Michael immer wieder Dinge auf seinem Klemmbrett. Wir würden jedesmal gern wissen, was. Wenn es nach uns ginge, auch sowas: „Sehr schöne Bauchmuskeln. Guter booty“. Davon gibts bei den Mädels hier übrigens einige. Not bad, not bad.

 

(Oh, Vera Int Veen rief zwischendurch grad an. Ihr gefallen unsere Alliterationen sehr gut. Wir haben abgelehnt, weil wir noch diesen Artikel über das himmlische Hessen zu Ende schreiben müssen.)
Schlag auf Schlag, vorbei mit Baskets, weiter mit Tumbling. Und wieder werden die Teilnehmer auf Herz & Nieren geprüft. In kleinen Gruppen zeigen sie zuerst ihre Skills im Standing Tumbling, danach ist auch noch das Running dran. Erneut gibt Marc den Ton an und sagt, was er sehen möchte. Michael hat inzwischen sein Klemmbrett gegen die Videofunktion seines Handys ausgetauscht und filmt jeden Versuch jedes Teilnehmers.
Wer die Nase nach Standings & Runnings noch nicht voll hat, kann noch zeigen, was er so in seiner special-pass-tumbling-Kiste rumliegen hat. Und, man merkt: da ist doch schon einiges drin.

Vor der Pause sprechen alle Sportler schnell ihren Namen für ein Handyvideo von Michael vor, damit die beiden Coaches für die spätere Entscheidungsfindung zum Namen noch ein Gesicht haben – und umgekehrt.

 

Der erste Teil des Tags ist abgehakt. Neben Essen fassen & für den zweiten Part ausruhen ist ein Hallenwechsel angesagt.
Gut 1,5 Stunden geben Marc & Michael Zeit, sich ein bisschen zu regenerieren und noch einmal Nerven zusammen zu sammeln.
Wir machen es in unserer Pause wie alle Cheerleader auf der Welt und moppeln bei McDonalds. Wir essen aber nur den neuen McB, der ist ja schließlich voll Bio und Bio ist voll gesund. Oder?

 

Weiter geht’s in Halle Nummer zwei. Die ist zwar ein bisschen kleiner, die Motivation der Nationalteamanwärter aber kein bisschen.

Und again: warm machen, einstunten. Runde #2 wird mit einem „Sozialexperiment“ gestartet. Marc enttüdelt miteinander vertraute Flyer & Bases und lässt sie mit ihnen unbekannten Partnern stunten. Erstaunlich & überraschend zugleich: bei den meisten klappt es wie geschnitten Brot. Das zeugt erneut vom Level, der Kompatibilität & Flexibilität eines jedens.
Wer auch diese Prüfung meistern kann, sammelt wohl ein weiteres Nudelfleißsternchen und rückt dem Nationalkader ein wenig näher.

 

Der letzte kleine Schritt an diesem Tag, mit dem letzten für’s TryOut relevanten Skill-Puzzlestückchen. Erste Pyras werden in kleinen Gruppen probiert, geübt, getestet. Überall klappt es mittelgut bis recht nice, gedroppte Flyer werden wie kleine Federn zu Boden geführt, alles ist kontrolliert und trotz des langen Tags sehr konzentriert. Wie den ganzen Tag über fällt hier & da ein kleiner Applaus, wenn Pyras zum ersten Mal stehen, die Stimmung innerhalb der Gruppe ist schon jetzt sehr supportive eines jeden gegenübers. Unangenehmer Konkurrenzkampf am Ende des TryOuts noch immer gefühlt bei minus dreizehn.

 

BA BAA BAAAAM!
Nachdem sich Coaches Marc & Michael für eine gute halbe Stunde zurückgezogen haben, rückt die Entscheidung näher. In der Zwischenzeit ein bisschen Gestunte hier, ein bisschen Rumgesitze dort. Während viele hoffen, ihre Kräfte für das erste gemeinsame Training am nächsten Tag schonen zu können, ist es an anderer Stelle doch ein bisschen wie erwachsenen PeeWees zugucken: Nur gibt es statt Räderschlagen & Toe Touches, Standings und das ein oder andere Breakdance-Experiment. Als alte AllGirl-Hasen durchzuckt uns kurz ein lautes: „Warum?“, wird dann aber schnell von einem lauteren „Männer, Kinder…“ in unserem Hirn verdrängt.

Back to business, als die beiden Trainer zurück in die Halle kommen. Im Halbkreis sitzend starren ziemlich viele Augenpaare auf Marc, der den Tag resümiert. Und der kommt bald ganz schmerzlos zur Sache: Zuerst die Jungs, dann die Mädels, die es in den vorläufigen Kader geschafft haben & nur noch vom Verband bestätigt werden müssen – jedes neue Mitglied bekommt symbolisch das neue Teamshirt. Ab & an fällt ein Name einer Videobewerbung, die es ebenso in den Kader geschafft haben. Ebenso kullern hier & da ein, zwei kleine Tränchen, jedoch aus Freude.
Marc bedankt sich bei allen Teilnehmern und einige davon zurück.

„Wir haben echt ein paar neue Gesichter dabei.“, sagt er zum frischen Team vor dem ersten Foto. „In diesem Jahr ist es ein bisschen oldschool needs newschool. Ja, wir freuen uns.“
Um 19.00 Uhr gibt es beim gemeinsamen Dinner die ersten Teambondingversuche. Wir sind überzeugt, davon sind gar nicht so viele nötig & satteln die Pferde Richtung Hannover – und sind umso gespannter auf die nächsten Worlds.

Die nächste Meisterschaft könnte einiges versprechen.

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2 Kommentare

  • Antworten
    Pia
    16. Oktober 2015 at 14:31

    Hey Girls ,

    Toller Beitrag . Ich hatte beim Lesen tatsächlich das Gefühl, als wäre ich mit auf der Beobachterbank hautnah dabei gewesen:-)
    Weiter so!

    • Antworten
      AnnKristin
      16. Oktober 2015 at 15:11

      Merci liebe Pia! :-)

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