Das, muss man sagen, finden wir schon ziemlich fesh und lieben es voll & ganz: einfach bei fremden Teams reinspazieren, rumgeiern, in dunklen Ecken rumlungern und Mäuschen in fremden Trainings spielen. And guess what? It happened again!

Vor einigen Wochen waren wir mal wieder bei Wildcats FORCE, die sich sowohl auf die CCVD Saison, als auch auf die IASF Cheerleading Worlds in Orlando vorbereiten – und als wäre das nicht schon mehr als genug, rockt ein Teil der Gang noch die ICU Worlds im CCVD Team Germany Senior Allgirl ab.

Im Gepäck einen Haufen Fragen, die ihr uns vorher über Insta & Facebook geschickt habt – zehn davon haben wir uns rausgesucht und Coach Sassi gestellt.

Bevor wir allerdings mit Coach Snape über dies & das quatschen, leben wir erstmal voll und ganz unsere Stalker-Spanner-Leidenschaft aus. Wie so zwei käsige Mondsteine (eigentlich ist nur eine wirklich käsig davon), die wortlos rumsitzen und vor sich herstarren. Yes, that’s us!

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Vielleicht auch, weil uns die Wildcats nicht fremd sind, wir einige Girls schon länger kennen & mit Coach Sassi genug Zeit auf den ICU Worlds verbracht haben, aber fremd fühlen wir uns in der Halle nicht. Irgendwie, weil man schon genug auf Facebook & Instagram aus den Wildcats-Trainings gesehen hat und weil die Girls ganz unaufgeregt und entspannt sind. Freshe Profis halt, die die Sache zwar ernst nehmen, dafür aber ohne sich selbst zu ernst zu nehmen.

Während sich die Girls im kleinen Gymnastikraum warm machen & stretchen, schlendern wir mit Sassi schon in die größere Halle, zwei Flure weiter. Sway, das Allgirl Team im Level 5, ist gerade in den letzten Trainings-Zügen. Schon ein paar Minuten später steht Force auf der Matte – fliegender Wechsel in Brownie Townie, ohne dass aber Stress in der Luft liegt.

Stressfrei & Schlag auf Schlag 

Nachdem das Tumbling aufgewärmt ist, geht es Schlag auf Schlag: Baskets, Stunts, Pyras. Abwechselnd jeder für sich, dann nacheinander und gemeinsam. Hier & da kommt noch einiges runter, aber das ist mehr als normal – schließlich stehen wir bei unserem Besuch noch mehr als einen Monat vor der CCVD Regio. Und irgendwie beruhigt uns das auch ein bisschen, zu sehen, dass es auch bei Top-Teams am Anfang so läuft. Da sind wir uns allerdings sicher: wenn es darauf ankommt, können die Girls ihre Leistung auf den Punkt abrufen und all die kleinen Unsicherheiten, die es irgendwann mal im Trainign gab, innerhalb einer winzigen Sekunde wegwischen.

Das fällt uns auch auf: das Team arbeitet ziemlich selbstständig in ihren Stuntgroups, ohne Sabbelei, ohne Zeittotschlagen und Rumpimmelei. Dafür mit umso mehr Ehrgeiz, Technikverständnis und Disziplin.
Für überdurstige Kehlen, Wassersprittis und Kaffeeklatsch ist in Braunschweig übrigens keine Zeit. Trinkpausen gibt es gerade mal eine handvoll und dann direkt für’s ganze Team, ein paar wenige Minuten später geht’s ganz ohne Murren schon weiter auf dem Floor.
Aber hey, auch daran merken wir: die Girls haben Bock – und ohne Schweiß kein Preis und so.

Full Out Time: Faces On!

Im letzten Drittel des Trainings geht es rund – Full Out Zeit! Und FORCE practices what they preach: während aller Full Outs gibt’s Attitude und Sassyness um die Ohren. Dass die Mädels zu diesem Zeitpunkt schon fast 2 Stunden Training hinter sich haben, schütteln sie spätestens im Dance ab. Hut ab, für diese Routine braucht’s garantiert ’ne Schippe extra Kondition!
Nach dem letzten Durchgang arbeiten die Girls noch an Dingen, die ihnen unter den Krallen brennen. Für uns ist Zeit, mit Sassi zu schnacken – selbsternannte alte Frau (ohne alt zu sein), Wildcats Coach seit eintausend Jahren, den Verein zum Erfolg geführt und im dritten Jahr Nationalteam Coach im Senior Allgirl.

10 Fragen an Coach Sassi

Wir: Mit wievielen Mädels geht ihr auf die Matte & mit wievielen Personen reist ihr in die USA?
Sassi: 24 Mädchen gehen auf die Matte. Mit 28 Personen reisen wir im April in die USA.

Wir: Wie lang seid ihr in den USA?
Sassi: Wir fliegen am 17.04. mit dem ganzen Team von Hannover nach Orlando, am 01.05. kommen wir dann wieder in Hannover an. 

Wir: Wo seid ihr untergebracht?
Sassi: Wir sind in eigenen Teamhäusern im gleichen Resort untergebracht, wie auch Team Germany. Die Nähe zum Nationalteam ist mir besonders wichtig, gerade auch wegen der Doppelfunktion als Nationalteamtrainerin und Coach von Force.

Wir: Was waren die Voraussetzungen, um ins Worlds-Team zu kommen?
Sassi: Leider kommt zuerst immer die Frage: „Hast Du 2000 EUR für die Reise?“ Die Mädchen müssen sich den Großteil der Reise selbst finanzieren, sodass die finanziellen Voraussetzungen leider an vorderer Stelle stehen. Ansonsten ist uns tatsächlich die Saison in Deutschland wichtiger, als die Cheerleading Worlds. Als Base sollte man bei uns mindestens bereits im Level 5 unterwegs gewesen oder ein wirkliches Talent sein, als Flyer sollte man neben diesen Voraussetzungen FF und Tuck im Running können.

Wir: Wieviele Mädels sind das erste Mal auf den Worlds?
Sassi: Von den 24 Startern sind 12 Neulinge dabei und von diesen 12 wiederum 7, die ihre erste Saison bei FORCE haben.

Wir: Was sind & waren die größten Herausforderungen?
Sassi: Die Kommunikation mit den Ansprechpartnern in den USA (weil die Antwortzeiten SEHR lang waren), einen günstigen Flug für alle zu finden (!) und tatsächlich die Suche nach Betreuern, die uns begleiten – denn ohne die geht es nicht.

Wir: Wie schätzt ihr Eure Chancen dieses Jahr ein? Worlds, sowie in Deutschland?
Sassi: Bei den Worlds möchten wir einfach nur dabei sein, da zählt mehr das Erlebnis Worlds an sich, als die Platzierung. In Deutschland hoffen wir natürlich darauf, den RM-Titel verteidigen zu können, auf der DM & ECC möchten wir gern unter den Top 3 sein.

Wir: Thema mentales Training: wie zeigt ihr den Jüngeren das richtige Mindset für einen Wettkampf?
Sassi: Das Team hat zum Glück viele erfahrene Mädchen dabei, die Mischung macht’s dann einfach. Wir versuchen die Trainings vor dem Wettkampf immer genau wie den Wettkampf selber zu gestalte. Sprich: wir halten genau den Ablauf und die vorgegebenen Zeiten von Warm Up, Run Through, sowie unseren Startzeiten ein.

Wir: Wie gehst Du und Teile des Teams mit der Doppelbelastung ICU und IASF/USASF um?
Sassi: Da einige schon selbst im Nationalteam waren, sind die Mädchen daran gewöhnt und haben Verständnis, der Support ist auf jeden Fall da. Vor Ort wird es ganz klar eine Herausforderung und ich muss das Team oft alleine lassen. Bei einem Juniorteam wäre das unmöglich. Aber in Zusammenarbeit mit dem NT Orga Team haben wir gute Lösungen für meinen vollen Tagesablauf gefunden.

Wir: Letztes Ding. Vorausgesetzt, ihr startet auf der ECC 2019 und holt das Bid für die Worlds 2020, dann…?
Sassi: … erschieße ich mich! Nein, dann müssen wir gucken, ob erneut alle so viel Geld bezahlen wollen und können oder ob wir nicht mehr Energie ins Projekt Nationalteam stecken sollten.
Die ICU ist einfach die „nettere“ Meisterschaft im Gegensatz zur USASF. Aber das sehe auch nur ich als alte Frau so! Mit 20 und als Worldcup-Fan habe ich das auch noch alles gehyped.

Wir wünschen Euch die allerbesten Momente – egal ob hier oder in Orlando.
Danke fürs Vorbeikommendürfen!

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